Im sechsten Stock ist alles prima

Mit 86 Jahren zog Ingeborg Becker nach ganz oben

Von ihrem Balkon blickt Ingeborg Becker bis hinauf zum Brocken.

Der Personenaufzug ist ein großes Plus.

Modernisiert: Genossenschaftswohnungen in der Wilhelm-Trautewein-Straße.

Eine sichtlich zufriedene Nutzerin öffnet für das WGH-Journal ihre Wohnungstür in einem frisch sanierten Wohnhaus in der Wilhelm-Trautewein-Straße in Halberstadt. Mit 86 Jahren ist Ingeborg Becker froh, nun im sechsten Stock eine großzügige Zwei-Raum-Wohnung gefunden zu haben. "Auf Dauer", wie sie betont, dank des Personenaufzugs. Von „ganz oben“ genießt sie ein schönes Panorama: Richtung Süden reicht der Blick über die Gärten der Siedlung bis zu den Klus- und Spiegelsbergen und hinauf zum Brocken.

Bereits seit 1977 ist die alleinstehende Halberstädterin Mitglied der Genossenschaft und bekam über ihren Betrieb, die Schuhfabrik, eine Ein-Raum-Wohnung in der Maxim-Gorki-Straße. In dem Unternehmen, das nach der Wiedervereinigung aufgeben musste, war sie für Einkauf und Absatz zuständig.

Schon einmal konnte sie vor über 20 Jahren umziehen - in die benachbarte Zwei-Raum-Wohnung.
Im vergangen Jahr bekam Ingeborg Becker dann von der Genossenschaft das Angebot, vor der geplanten Modernisierung ihres damaligen Wohnhauses über die Straße eine der frisch modernisierten Wohnungen zu beziehen. "Die Mitarbeiterinnen der WGH waren sehr freundlich und hier ist jetzt alles prima", betont sie. Es gibt eine großzügige Küche, ein Bad mit Dusche und noch einen Abstellraum für die Waschmaschine. Die Videogegensprechanlage zeigt auf einem kleinen Bildschirm, wer an der Haustür klingelt.

Der Personenaufzug ist direkt neben der Wohnungstür und fährt auch bis zur Hofseite, "praktisch beim Rausbringen der Abfälle", sagt die rüstige Dame, die sich die Selbständigkeit bis ins hohe Alter bewahrt hat. Auf dem Balkon pflegt sie zahlreiche Blumenkästen, die es ihr mit einer satten Blütenpracht danken.

In der neuen Wohnung hängen viele selbst angefertigte Bilder, kreative Stickbilder, die auch von ihren vielen Reisen künden. Noch heute schwärmt sie von den Kreuzfahrten, angefangen von der "Völkerfreundschaft" bis zu den Flusskreuzfahrten durch ganz Europa. Das Fernweh trieb sie sogar bis in die Mongolei. Ein ganzes Regal voller Fotoalben gehört zu den Erinnerungen, die heute auch mit Hilfe von Kreuzworträtseln wach gehalten werden.

Beim Umzug konnte Ingeborg Becker auf die Hilfe vieler Freunde zählen, doch ihren Einkauf erledigt sie noch gern selbst. "Ist doch alles in der Nähe", betont sie. Heute bekommt sie auch wieder öfter Besuch - dank des Personenaufzugs. "In meiner alten Wohnung im dritten Stock haben sie immer gemeckert".