Verein erhält erneut Förderung des Bundes

Gemeinsam mit Studierenden wird Konzept für Nachbarschaftshilfe entwickelt.

Gemeinsam für ein attraktives Halberstadt: Der Vereinsvorsitzende Karl-Heinz Schönfeld (2.v.l.) gemeinsam mit Studierenden der Hochschule Harz und Prof. Dr. Birgit Apfelbaum (1.v.l.)

Der Verein „Freunde fürs Leben“ e.V. zählt zu den großen sozialen Vereinen im Harzkreis. Rund 380 Mitglieder sind in dem Verein organisiert, der in Halberstadt zwei Vereinstreffpunkte unterhält und älteren Domstädtern in über 30 Interessengruppen ganz unterschiedliche Mitmach-Angebote unterbreitet. Handarbeit, Sport, Gedächtnistraining oder Chor und Computerkurse stehen jede Woche auf dem Plan.

Ein weiteres Thema, dem sich der Verein nun verstärkt widmen will, ist die Pflege von aktiven Nachbarschaften, wie Vereinsvorsitzender Karl-Heinz Schönfeld sagt. „Es ist doch wichtig, dass man auf andere Menschen zählen kann, gerade, wenn Sie nur einen Treppenabsatz entfernt wohnen. Nachbarn sind oft die ersten, die Hilfe geben oder Hilfe gebrauchen können. Gute Nachbarschaften sollten wir pflegen.“

Deshalb wollen der Verein und die Wohnungsbaugenossenschaft Halberstadt eG (WGH) gemeinsam versuchen, eine „Kontaktbörse“ zu etablieren, an die man sich wenden kann, wenn man Unterstützung geben will oder braucht. „Wir wollen Vertrauen schaffen und Menschen so ermutigen, sich in schwierigen Situationen nicht zurückzuziehen. Eine Atmosphäre guter Nachbarschaft ist dafür sehr wichtig“, meint auch Vereinskoordinatorin Heike Elfaza. Unterstützt wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) durch das Förderprogramm „Anlaufstellen für ältere Menschen“.

Als ersten Schritt will der Verein in diesem Jahr eine Befragung starten, in der die Mitglieder der WGH das Wohlfühl-Klima in ihrer Nachbarschaft einschätzen können. Auch Vorschläge, wie man Gemeinsamkeit fördern und Anonymität entgegenwirken kann, sind willkommen. Es wäre schön, wenn sich viele Haushalte an der schriftlichen Umfrage beteiligen. Die Auswertung wird dann zeigen, wo es in den Nachbarschaften schon gut klappt und bei welchen Themen Nachholbedarf besteht.

An dem Vorhaben arbeiten auch Studierende der Hochschule Harz mit. Unter Leitung von Prof. Dr. Birgit Apfelbaum und Thomas Schatz entwickeln die jungen Menschen Konzepte, die ehrenamtliches Engagement in der Nachbarschaft fördern. Die Wissenschaftlerin vom Fachbereich Verwaltungswissenschaften unterstreicht, „dass oft die kleine Taten im Alltag gerade für ältere Nachbarn eine wertvolle Unterstützung sind.“ Sie sieht deshalb in der wissenschaftlichen Begleitung des Projektes auch einen Beitrag zu der Frage, wie Kommunen den demografischen Wandel kreativ gestalten können.